Virales Marketing: Besser gut geklaut als schlecht selbst gemacht?

· 19.04.2012 · 2 Kommentare

Es passiert täglich: Ein kreativer Spaß einzelner Privatpersonen verbreitet sich schnell wie ein Virus durch mediale Welt. Jedes Mal sitzen dann Hunderte Marketer traurig da, schmeissen ihre Gucci-Uhren durch die Gegend und fragen sich: Wieso ist uns das nicht eingefallen? Wieso klebt da nicht irgendwo das Logo unseres Kunden? Das ist doch Mist ist das doch, Mensch Meier.

Zumindest die, die immer noch denken, man könne so eine Idee nicht kopieren oder abwandeln. Andere wissen längst: Auch das beste aller besten “Virales” erreicht nicht mehr als ein Viertel aller Facebooker. Wer “nur” 10% der deutschen Facebook-User erreicht ist eindeutig ein Social King. Wir reden dann von dezenten 2 Millionen erreichten Personen. Also ist es eigentlich sehr naheliegend, sich nicht zu grämen, sondern die Idee aufzugreifen. Ich sage aufgreifen! Nicht klauen :D

Hier drei aktuelle Beispiele, bei denen die zweite “kommerzielle” Nutzung mehr (oder weniger) Wirbel macht als das Original.

Lego 1

Zum Beispiel ist die aktuelle Lego-Kampagne (Agentur: Jung von Matt) derzeit in aller Munde Pinnwand:

Und das, obwohl die Idee, bekannte Figurengruppen durch die bunten Steine darzustellen alles andere als neu ist. Das unten stehende Bild ist schon im letzten (oder vorletzten?) Jahr durch die entsprechenden Buzz-Stationen gelaufen. Nichtsdestotrotz: Die Kampagne ist ein voller Erfolg.

Häßliche Plattencover gehen immer….

Auch Tastebud, eine Datingplattform, bei der sich die Singles mit dem selben Musikgeschmack treffen (ähnlich wie Fellody), griff kürzlich zur Second Hand Taktik und belebte seinen Blog durch einen Beitrag mit den 100 häßlichsten Plattencovers aller Zeiten. Mindestens 40 davon waren ein gutes halbes Jahr zuvor durch das beliebte Blog Bored Panda (und diverse Kopien) bekannt geworden. Auch hier: Selbst von mir als brutale Firstmover und Allesmitkrieger eingeschätzte Twitterfollower teilten voller Begeisterung die Raubkopie Weiterführung.

Lego 2

Aktuellstes Beispiel: Im Januar kamen Mathew Ho and Asad Muhammad groß raus. Oder besser ihr Lego-Mann. Den hatten sie in die Stratosphäre geschickt. Ein Youtube-Coup erster Güte mit über 2 Mio Views.

YouTube Preview Image

Der Versuch von Sternburger (gefunden bei Robert) ist jetzt bisher nicht gerade der große Reißer. Aber wer weiß: Vielleicht fehlt auch bisher nur die richtige Seeding-Strategie?

Ist das schlimm?

Nein ist es nicht! Jedenfalls nicht immer. “Werbung” war schon immer auch das Finden und nicht nur das Erfinden. Ich weiß bis heute nicht, ob die Hannover Indians sich bei der Entwicklung ihres eigenen Energy-Drinks haben von meinem Blogpost beeinflussen lassen oder ob zwei Doofe die selbe Idee hatten.

Also heißt es: Augen auf im (internationalen) Social Web. Es gibt viel zu kopieren tun. Das Risiko, dass man einen Flop landet, der wirklich niemanden interessiert ist zwar geringer als bei einer selbst konzipierten Kampagne. Dafür besteht immer die Gefahr, dass man als Ideen-Dieb vors Hohe (Social Media) Gericht gestellt wird. Es drohen bis zu 2 Wochen Shitstorm.

Who cares?

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  • malle

    “Wer “nur” 1% der deutschen Facebook-User erreicht ist eindeutig ein
    Social King. Wir reden dann von dezenten 2 Millionen erreichten
    Personen.”
    FB hat 200 Millionen deutsche User? Echt jetzt? Oder habe ich gerade einen Aussetzer im cerebralen Gefüge?

  • http://www.mittelstern.de/ Sebastian Salvador Schwerk

    Scheibenkleister. Ich kaufe eine 0