Shaban & Käptn Peng: Alter, das Haus brennt!

· 29.03.2012 · 1 Kommentar
12. Mai 2012
21:30 Uhr
Groovestation, Dresden
VVK ab 7 €
Verlosung

290 Tage lang habe ich voller Ungeduld auf dieses … ach, auf irgendein Album von Shaban & Käptn Peng (und den Tentakeln von Delphi) gewartet, während ich die zahlreichen Youtube-Kunstwerke und (inzwischen leider vom Profil gelöschten) Soundcloud-Uploads mindestens rauf und wieder runter gehört habe. In der Zwischenzeit haben die Brüder Hannes und Robert Gwisdek Shaban Alonso und Käptn Peng im eigenen Studio in Berlin an neuen Aufnahmen gewerkelt und gemeinsam mit Mario von den Kumpels & Friends das Label Kreismusik (mit Sitz in Dresden!) gegründet.

Damit dürfte der Übernahme der Weltherrschaft nichts mehr im Weg stehen.

Vorher jedoch erschien heute mit Die Zähmung der Hydra endlich das erste Album der Hip-Hopper, das ausschließlich Songs von Digitalbeatmaster Shaban und seinem MC enthält. Eine weitere Veröffentlichung mit den Tentakeln von Delphi, der großartigen Band, die Shaban und Käptn Peng auf ihren Live-Shows begleitet, ist für Sommer 2012 geplant. Bis dahin ist Die Zähmung der Hydra mein Album des Jahres.

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Der Trailer ließ es erahnen – Die Zähmung der Hydra quillt schier über vor inhaltlicher und musikalischer Dichte. In fast 70 Minuten, überarbeiteten Versionen bekannter Songs und völlig neuen Stücken, sind philosophische Erkenntnisse, Weisheiten und jede Menge Spaß in so dichtes Reimwerk verpackt, dass Ohren und Geist nicht die kleinste Atempause vergönnt ist. Das muss man erstmal durchstehen. Und aushalten. Nach einer kompletten Umdrehung entlässt einen die Hydra schweißgebadet und erschöpft in die Realität zurück, als hätte man an der Seite der Brüder selbst gegen sie gekämpft, um schließlich ebenfalls zu erkennen: »Oh mein Gott, die Hydra bin ich!«

Mit seinen Texten trifft der Käptn ziemlich genau meinen eigenen von Unruhe und permanent rastloser Suche gestressten Nerv. Wann immer ich mich in den letzten Tagen mit diesem Album auf den Ohren durch die Welt bewegt habe, fühlte ich mich plötzlich in meine Teenagerzeit zurückversetzt; Kennt ihr noch das Gefühl, als man – trotzig in die eigene Realität zwischen den Kopfhörern vergraben – das Gefühl hatte, man hätte als einziger das Leben und die Welt verstanden?! Genau! So.

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Kämpfen musste ich mit der Hydra allerdings auch wegen der ungewohnt klingenden neuen Versionen längst ans Herz gewachsener Songs. Auch wenn ich mich inzwischen einigermaßen an die meisten Überarbeitungen gewöhnt habe, vermisse ich beim neuen Parantatatam die griffige Bissigkeit und gegen die charmante Youtube-Version von Sein Name sei Peng kommt die Album-Version leider gar nicht an.

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Aber die Hydra und ich, wir sind ja auch noch lange nicht fertig!

 
Alter, das Haus brennt!

Spätestens wenn Shaban, Käptn Peng und die Tentakel von Delphi im Mai wieder die Groovestation einreißen! Jeder, der im Februar zur Record Release Show von Harry Bushh war, weiß was das bedeutet! Also schnell Tickets sichern oder an unserer Verlosung teilnehmen: Schickt bis 20.04., 20:04 Uhr eine E-Mail an redaktion[at]mittelstern[.]de und erzählt uns welche Songs, Alben oder Künstler euch über eure Teenagerzeit gerettet haben oder euch auch heute noch in diese zurückbeamen können. Wir verlosen 2 x 1 Ticket für’s Konzert.

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  • Sybille

    Hallo Kristin,

    vielen Dank für die treffende Rezension. Auch ich habe Die Zähmung der Hydra gestern aus meinem Briefkasten gefischt und kann Deinem Eindruck nur beipflichten. Wunderbares, zutiefst sympathisches Album, das selbst Hörer wie mich völlig zu überzeugen weiß. (Keine weiteren Berührungspunkte mit HipHop, nur bei Shaban und Peng gelandet, weil ich nach der Ausstrahlung von Renn, Wenn Du Kannst neugierig war, was der talentiere Herr Gwisdkek sonst noch so treibt ;-))

    Und, ja, die Youtube-Version von Sein Name sei Peng ist um Klassen besser. Schnodderiger, charmanter und an den entscheidenden Stellen auch leiser.

    Aber, was soll’s… Das Album ist trotzdem herrlich!