Dresdner Netlabel Djummi Records: Noch grün hinter den Ohren und etwas blass

· 28.03.2012 · 2 Kommentare

„djummi-records möchte im großen allgemeinen Soundgrau bemerkenswerte Musik entdecken, sie präsentieren und bekannter machen. In unserer Stadt und in der ganzen Welt. Dabei soll sich das Engagement nicht nach kommerziellen Gesichtspunkten richten, sondern nach kreativen, geschmacklichen, künstlerischen usw. (…) djummi-records veröffentlicht genreübergreifend. Es zählen allein Originalität, Qualität, Leidenschaft und Sympathie. (..) djummi-records hat dabei einen gewissen Fokus auf die Dresdner Musiklandschaft und ist offen für Musik aus dem Rest der Welt.“

Wer meine Meinung zu Marke, notwendiger Nischenorientierung und klarer Zielgruppe kennt, der ahnt bereits jetzt, dass ich dem Konzept des neuen Dresdner Netlabels djummi eher skeptisch gegenüber stehe. „Bemerkenswerte Musik“ ist keine Szene, in der man sich etablieren kann und „sympathische“ Acts gibt es im Schlager genauso wie im Crustcore. Sprich: Es wird schwer, die selbe Sprache der Acts und vor allem des Publikums zu sprechen! Das erhöht die Befürchtung, dass sich bewahrheitet, was in der Pressemitteilung eröffnend (hoffentlich) als Scherz gemeint ist:

„Mein Kollege Steffen und ich haben etwas recht langweiliges gemacht: Nämlich ein x-tes Netlabel oder so etwas ähnliches eröffnet.“

Nichtsdestotrotz ist das Engagement von Steffen Koritsch und Marco Sebastian Christ absolut zu begrüßen! Jeder einzelne, der sich sich mit dem notwendigen Vertragsrecht, der (digitalen) Distributionspolitik und den Marketinggesetzen im Musikbusiness beschäftigt, wird auch dann der Szene helfen, wenn die ersten Schritte vielleicht etwas unscharf und schwammig bleiben. Aus lokalen Projekten wie diesen sind gewaltige Festivals und internationale Labels hervorgegangen. Learning by doing heißt die Devise! Darum wünsche ich Steffen und Marco von Herzen viel Erfolg und viele positive Erfahrungen bei ihrer Arbeit.

Sie sollten sich – genau wie alle Musiker, Manager, Labels und Booker – den 05.05.2012 im Kalender notieren, denn da gibt es ein kleines Get-Together der Dresdner Indieszene im Hof der Groovestation. Dazu in Kürze mehr!

twitter share buttonFacebook Share
  • hallo sebastian,

    vielen dank für die schöne und kritische erwähnung unseres labels. grauwertig ist unser layout und grün der erste release. soviel steht fest. alles weitere wird sich zeigen. wir wollen ganz bewußt nicht zielgruppenorientiert agieren und nur eine niesche oder ein genre beleuchten, weil auch unsere eigenen musikalischen vorlieben vielfältig sind. unser geschmack wird also der rote faden des labels sein. wir sind sehr optimistisch, daß das reicht, um künstler und hörer von uns zu überzeugen. überhaupt sind wir immer sehr optimistisch, fast schon blauäugig. also, es kann nur schief gehen. ;o)

    liebe grüße
    sebastian

    • Schön, dass Dir die „Kritik“ nicht stinkt. Sie soll auch nur konstruktiv sein. Umso klarer das Profil, desto leichter kann man sich einen Ruf aufbauen und das ist wichtig! Noch klingt mir das halt alles zu nett. Eindeutig besser als zu arrogant, aber auch nicht hilfreich!

      Ich meine auch nicht die Fokussierung auf Genres! Aber irgendwas muss im Mittelpunkt stehen: Fußball?!? Literatur?!? Politik?!? Drogen?!? Sex?!? Creative Commons?!? Natur?!? Whatever!!! Bei allem kann man eine Geschichte schreiben. Mit Qualität und Sympathie alleine wird das schwer.

      Ich bin gespannt