Sound of Dresden? Sound of Pain!

· 04.01.2012 · 33 Kommentare

Der jährlich stattfindende Song-Wettbewerb „Sound of Dresden“ ist offenbar endgültig am Tiefpunkt angekommen. Die 50 Mark Website, auf der das Voting stattfindet, mag vielleicht noch als ironischer Retro-Spaß durchgehen, aber in Verbindung mit dem Niveau der meisten teilnehmenden Songs, ist das kulturell so wertvoll wie das Buchregal im 1 Euro Shop. „Ich habe Esel getroffen, die interessanter furzen können“, würde mein Onkel E. aus B. wohl anmerken.

Sound of Dresden – Qual der Ahnungslosen? Nein, einfach ein Songwettbewerb, an dem sich fast kein einziger ernst zu nehmender Act mehr beteiligt. Harry Bushh? Pretty Mery K? Garda? Der Anker? Mikrokosmos23? Gentle Lurch? Muzzy Mystery? Irgendetwas Elektronisches aus der Uncanny-Ecke? Nicht mal ein Spaßtrack (Porn & Cunthead zum Beispiel) findet sich. Halt! Einer doch. Die Tulpen! Aber sind Jungsenioren wie Preibisch und DNMK wirklich die Hoffnungen des Dresdner Nachwuchses?

Das ist jedenfalls nicht der „Sound of Dresden“, sondern zum größten Teil der Sound of German Proberaum. Das ist kein Vorwurf an die Bands: Am Anfang klingt man einfach so. Aber das kann nicht der Anspruch der etabliertesten Dresdner Bandparade sein! Sorry, aber entweder dem Dresdner (immerhin Stammspieler im zentralen Mittelfeld der Dresdner Kreativwirtschaft) fällt was ein, um das ganze auf ein neues Level zu hieven oder man sollte es ganz sein lassen.

Aber wie dem auch sei: Auch an die Künstler drei kleine Tipps:

1. Bei der Wahl des Bandnamens darf man sich mehr als 10 Minuten Zeit lassen! Was ist denn los mit Euch? Seid Ihr Künstler oder Versicherungsvertreter mit Krawatten-Abo bei C&A? Wenn Euer Ziel ist, schon wegen des Bandnamens niemals nie einen Gig zu bekommen, dann haben die meisten von Euch alles richtig gemacht. Als positive (weil originelle oder treffende) Ausnahmen fallen mir gerade nur „Zwiebelspacken“, „Fresh T.`s classic cars & bike repair“ und „Schimmelreiter“ ein.

2. Bei einem Songwettbewerb tretet ihr gegen 20 andere Songs an! Ihr habt also maximal 20 Sekunden, um Aufmerksamkeit zu erzielen. Es ist KEINE geile Idee, Songs mit einem Intro einzureichen, das länger dauert als ein 1.000-Meter-Lauf.

3. Sprachreisen nach Malta gibt es bereits ab 250 Euro und über die hiesigen Volkshochschulen geht es noch billiger. Euer Englisch ist teilweise so schlimm, Borat hört Eure Songs als Gag-Inspiration! Lernt Aussprache oder singt Deutsch! Aber aus dem Alter für Fantasie-Englisch seid Ihr raus, seit sich Eure Luftgitarre in eine Fender verwandelt hat!

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