Was mich fertigmacht, ist nicht das Leben, sondern die Tage dazwischen

· 16.03.2011 · Keine Kommentare

„Jede Woche ein Buch“, auch so können vollmundige Neujahrsvorsätze aussehen. Vorprogrammiertes Scheitern wird schulterzuckend ignoriert und die Frequenz klammheimlich abgeändert. Um dennoch Druck aufzubauen, versuche ich es 2011 nun doch lieber mit „1  Buch in 2 Wochen“ – damit liege ich nämlich noch absolut im Soll, sogar mit kleinem Vorsprung. Damit das eigene Kurzzeitgedächtnis den Überblick behält, wird ab sofort an dieser Stelle das Lesefutter (nicht chronologisch) nochmals durchgekaut – wurden die Bücher verschlungen, gar davon gezehrt? Lest selbst Rückblick #1:

Michel Birbaek – Was mich fertigmacht, ist nicht das Leben, sondern die Tage dazwischen.

Klappentext:
„Ein schneller, böser, witziger Roman über das hektische Leben eines Musikers, der notgedrungen beschließt, das Gaspedal durchzutreten.“

Und wie war’s nun?
„Was mich fertigmacht…“ wurde mir auf Empfehlung zugespielt, der Autor war mir nicht bekannt, der Buchtitel animierend. Also frisch ans Werk. Das Lesetempo hoch, viel Arbeit erforderte der Inhalt nicht. Alkohol, Sex, Drogen, Musiker, chronisch pleite – Lifestyle einer nicht enden wollenden Jugend auf etwas mehr als 200 Seiten. Tacheles, der Protagonist im Fokus, hat nicht nur einen mehrdeutigen Namen, sondern auch versumpfte, komische Kumpels mit denen er musikalisch die Welt erobern will. Klischeebesetzt existieren natürlich auch eine allseits begehrte, nymphomanische Mitbewohnerin, die sich schlußendlich in einen unscheinbaren, schüchternen Typen verliebt, die unerreichbare, gefühllose Ex und eine beste Freundin, die erst spät zur großen Liebe wird. An der Paarungsbereitschaft soll das etwas ziellose Umherirren aller Beteiligten jedenfalls nicht scheitern, auch wenn schon auf der ersten Seite des Buches die wirkliche Sehnsucht des Möchtegern Rockers formuliert wird: „Baby you can sleep while i drive“. Ach so, die Mutter von Tacheles stirbt. Zwischen Exzess und schnellem Leben wirkt das aber allzu deplatziert. In Birbaeks Roman sind alle noch auf der Suche und werden am Ende fündig. Das ist schnell gelesen und durchaus unterhaltsam, aber Eindruck hinterlässt es nicht: die Personen zu stereotyp, die Geschehnisse vorhersehbar.

Fazit: Für Badelakenliegen oder morgendliche Straßenbahnfahrten geeignete Unterhaltung. Kurzweilig, aber schnell vergessen.

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