Die Püppis sind los – Frauenfußball in Dresden

· 01.11.2010 · 4 Kommentare

Im Printblogger wurde ich auf die Wahl des offiziellen Plakates zur Frauen-WM 2011 aufmerksam. Dabei erinnerte ich ich wieder mit Grausen an das bereits Ende März veröffentliche Motiv der Stadt Dresden als Austragungsort.

Mal abgesehen von der eher etwas unglücklichen Bild-Collage und der Frage, ob die Frauenkirche wirklich für alles herhalten muss:

Ich finde den verwendeten Kussmund an der Stelle absolut peinlich und unpassend. Für mich ist Frauenfußball knallharter Leistungs-Sport und kein plüschiges „Sex and the City“ Flirtspielchen. Das Dresdner Motiv sieht eher aus wie ne Werbekampagne für die Wahl zur „Spielerfrau des Jahres“ und hilft sicher nicht, den Sport als solchen besser zu vermarkten.

Klar sind viele der Sportlerinnen sehr sexy!

Aber erstens hat diese Tatsache an dieser Stelle nichts zu suchen, denn die Stadt Dresden empfängt Sportlerinnen und keine Models und zweitens könnte man den Zusammenhang zwischen weiblichen Reizen und Fußball – wenn er denn schon bemüht werden muss – sicher tiefgründiger oder witziger transportieren.

Ich hoffe, ich trete keiner befreundeten Grafikerin (m/w – grins) auf die Füße: Leider konnte ich nicht herausfinden, wer das Motiv gestaltet hat.

Aber – was soll das Gezeter – vieleicht bin ich da auch zu engstirnig?

Die Motive der anderen Städte jedenfalls sind auch nicht wirklich besser und OK-Präsidentin Steffi Jones sagt:

Die Poster symbolisieren sowohl die Faszination des Frauenfußballs als auch die Vorfreude der Spielorte auf die Frauen-WM 2011. Wir sind vom Engagement und von der Professionalität der Städte bei der Konzeption der Plakate sehr angetan. Es freut uns sehr, dass die Spielorte nunmehr ein zusätzliches und markantes Wahrzeichen für ihre WM-Präsenz haben

Ich habe einige Fußballspielende Frauen im Bekanntenkreis. Vielleicht finden die das Motiv ja klasse? Ich lasse mich immer gerne eines besseren belehren…..

twitter share buttonFacebook Share
  • Kein Esprit, keine wirkliche Idee, selten schwach. Der Kussmund ist in meinem Augen schlicht und einfach billig. Der Fußball wirkt vor der Frauenkirche wie ein zufällig platziertes Objekt, nicht nur konzeptionell, auch grafisch. Und es gibt keinen wirklichen Fokus, der die Aussage „Frauen-WM in Dresden“ irgendwie spannend kommuniziert.

    Sorry, aber das ist relativ weit unten in der Kreativitätsschublade.

  • Pingback: konzeptspeicher » Haubtsache Didden()

  • Es soll wohl so eine Art „witziges Wortspiel“ sein: Frauenfußball und Frauenkirche. Aber gerade Leute außerhalb Dresdens erkennen die Kirche sicher nicht auf den ersten Blick (ja, die Frauenkirche ist international bekannt, aber es gibt nun mal verdammt viele international bekannte Kirche und so kommt die Assoziation nicht automatisch zustande) und dann fragt man sich, was ein Gotteshaus mit Fußball zu tun hat. Der Kussmund – na ja, auch nicht passend. Zumal einen solchen Lippenstift (so dick aufgetragen und so abfärbend) heutzutage eher Damen im Pensionsalter tragen als junge Frauen, gleichgültig, ob Leistungssportlerin oder „Fashion Victim“.

  • Pingback: konzeptspeicher » Ein Niveau wie im Stadion! Olé, olé, olé – gebt uns Dekolleté()