So gut funktioniert Social Media Monitoring. Nicht

· 19.09.2010 · 4 Kommentare

Social Media Monitoring-Werkzeuge sollen Unternehmen die Möglichkeit geben, zu erfahren, was über sie, ihre Produkte und ihre Branche in Netzwerken wie Twitter, Facebook, YouTube oder XING sowie in Blogs und im Idealfall in diversen Nutzerforen gesagt wird. Unternehmen legen dabei relevante Keywords fest, finden tagesaktuell entsprechende Postings und Statistiken, die optimalerweise auch sensitive Aussagen treffen (positiv, negativ). Im besten Falle kann das Unternehmen auch direkt auf entsprechende Kommentare reagieren (sprich: antworten).

Das Magazin t3n hat im Juni diesen Jahres eine wunderbare Übersicht dazu publiziert, die ich jedem nur empfehlen kann.

Im Vorfeld und während der Online-Marketing Fachmesse dmexco habe ich einen kleinen Selbstversuch gestartet. Immerhin hatten sich dort ja 73 Unternehmen als Aussteller für den Bereich „Social Marketing“ listen lassen.

Ich habe also einen Tweet abgesetzt mit folgendem Wortlaut:

Ich will mich heute gern über Social Media #Monitoring Werkzeuge auf der #dmexco informieren. Empfehlungen? Einladungen? Danke

Meine Gedanken:

1. Alle Aussteller – erst recht die, die Social Media Services anbieten – werden ja wohl die Tweets mit dem Hashtag #dmexco verfolgen. Schließlich will man ja wissen, was über die Messe gesagt wird, auf der man gerade seine Produkte verkauft. Könnte ja z.B. einer erwähnen, wie lecker der Kaffee bei webtrekk ist. Oder dass das Seminar von Madvertise zum Appstore-Ranking zwar einige wertvolle Anregungen gegeben hat, aber am Ende doch etwas zu sehr Präsentation der Ford-App und vom KatAPPult (dazu später mal mehr, das ist schon ein sehr starkes Instrument) war.

2. Das Keyword #Monitoring hat jeder Anbieter entsprechender Dienste als Suche bei Twitter gespeichert – über (s)ein eigenes Werkzeug (siehe oben) oder wenigstens über die Standardsuche http://twitter.com/#search?q=%23dmexco

3. Wie kann man seine Monitoring-Services besser präsentieren als durch einen per Twitterdialog gewonnen Messe-Kontakt?

Was schätzt ihr, wie viele Antworten ich erhalten habe?

Richtig: Keine! Bis heute morgen jedenfalls. Da hat mir Martin Seibert, Gründer des Dienstes TwentyFeet, seinen Service mit den Worten empfohlen:

Schau Dir doch mal @TwentyFeet an. Das bietet Egotracking für Twitter, Facebook, YouTube und bit.ly. Bin gespannt auf ne Meinung.

Meine Meinung: Ich schau es mir gerne an, aber ich habe leider kleinere Vorurteile im Koffer. Denn – das bitte als konstruktive Kritik verstehen – diese Art der Eigenwerbung gehört eher ins 90er Jahre Museum als ins soziale Netz, wie ich finde (mehr dazu übrigens kann man ab und zu auf dem genialen Blog Konzeptspeicher lesen. Auch eine Beratung durch die fantastische Agentur Frische Fische könnte da nicht schaden)

Ach so: Angeschaut habe ich mir dann natürlich auch auf der Messe trotzdem die eine oder andere Lösung. Aber letzten Endes muss man sagen, dass im Grunde alle bisherigen Tools sich vor allem an große Marken und Märkte bzw. Agenturen richten und zwar viele Zahlen, aber wenig Eingriffsmöglichkeiten bieten. Insbesondere Agenturseitig wird der Markt garantiert intensiv wachsen und als Trendbarometer unersetzlich werden. Welchen Sportverein sollte mein Kunde sponsorn? Welche Sportart ist im Gespräch? Welche Urlaubsländer sind gerade en vogue? Was wird über das neue Produkt des Kunden gesprochen? Wie verbreiten sich virale Kampagnen? Nur wenige Fragen, auf die ein gutes Monitoring-Tool Antworten liefern kann. Auch für die Politik im Übrigen!

Viele KMU aber müssen noch auf eine preiswerte, übersichtliche und leicht verständliche Lösung warten. Liebe Gründerszene: Da geht noch was!

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  • Hallo, probier mal trackur.com, ist als Budget-Lösung m.E. recht brauchbar.

    • Sebastian

      danke. probiere ich gerne

  • An welche Eingriffsmöglichkeiten denkst du? Eingriif in die Konfiguration oder in die Kommunikation?

  • beides..gemeint war die kommunikation. das andere habe ich (bedingt) voraus gesetzt