Dialog mit Ralf Lippold über meine Kritik am Facebookprofil der Staatlichen Kunstsammlungen

· 17.08.2010 · 5 Kommentare

Meinen gestrigen Beitrag zum Thema „Unternehmensseite vs Privatprofil“ ausgerechnet im Kunstumfeld anzusiedeln und die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden als Musterbuhmann anzuführen, hat nicht nur für Begeisterung gesorgt. Vielleicht hätte ich eine andere Branche wählen sollen? Aber hätte ich dann heute abend ein Treffen mit einem bekannten Dresdner Kulturhaus, welches sofort Beratungsbedarf angemeldet hat? Hätte es so viel Diskussionen auf Facebook gegeben, wenn ich ein Beispiel aus der Welt des Einzelhandels oder einen DJ genommen hätte? Hätte ich von weiteren Kulturstätten dankende Nachrichten bekommen? Nein! Und einer ist eben immer der Ar****. In diesem Fall traf es die Staatlichen Kunstsamlungen und der Dresdner Entrepreneur und Chancen Wandler Ralf Lippold begin_of_the_skype_highlighting     end_of_the_skype_highlighting begin_of_the_skype_highlighting     end_of_the_skype_highlighting war damit nicht 100% glücklich und ließ dies auch in einer Statusmeldung auf Facebook durchblicken. Ich freue mich, dass er einverstanden war, unseren dort enstandenen Dialog auch hier zu veröffentlichen und möchte Euch gerne einladen, an diesem teilzunehmen.

Es ging mir ganz bestimmt nicht darum, jemanden persönlich zu kränken. Aber wie Ralf selbt mehrfach betont, die SKD ist nicht erst seit gestern dabei im Social Web! Und somit ist es nicht so, dass sie nicht weiß, wie schroff und direkt es dort zugehen kann. In jedem Fall ist all meine Kritik konstruktiv gemeint, denn ich hoffe sehr, dass es vielleicht bald eine grandiose Facebookseite der SKD gibt, auf der sich Hunderte Fotos finden zum Kommentieren und Austauschen und Verteilen. Auf der Diskussionen unter Fachleuten und Neugierigen stattfinden! Wo Sammler und Kukturinteressierte aus aller Welt zusammen kommen, um über Kunstwerke, Kunstwerte, Ästhetik und Ausstellungen zu sprechen. Wo interessante Beiträge verlinkt werden und Tickets verkauft und (siehe Ursrung des Desasters) auch getauscht (!!) werden können…..

RALF: First-Mover haben es immer etwas schwerer, deswegen heißen sie auch: MUTIGE!

Danke an die Mannschaft der Staatliche Kunstsammlungen Dresden, die einen mutigen ersten Schritt in das Web 2.0 und Facebook gewagt haben. Angesichts der noch allgemein sehr zögerlichen Nutzung von Twitter (es wird von deutschlandweit 200.000 N…utzern gesprochen) und Facebook (hier sind es einige mehr) in Deutschland, sind nur wenige öffentliche Institutionen so mutig.

Dass da auch so manches „Fettnäpfchen“ nicht ausgelassen werden kann, steht außer Frage. Was macht das Mitmach-Web aus? Jeder hilft jedem, man kommt ins Gespräch und grenzt nicht aus. Je offener das Netzwerk (9 Mio Nutzer XING gegenüber 500 Mio Nutzer bei Facebook), desto besser.

Um was geht es letztlich? Diese Frage steht im Raum, und wartet auf Beantwortung.

In diesem Sinn wünsche ich einen erfolgreichen Start in den kommenden Dienstag und ein weiterführendes Gespräch zum Thema.

SEBASTIAN „empfindest du meine Ausführungen als Ausgrenzung? So sind sie nicht gemeint. und das nun ausgerechnet die skd als „Buhmann“ dienen musste, war purer Zufall, die Beispiele für das inkorrekte nutzen eines privatprofils sind unzählig. Aber: au…ch sehr mutige Männer ziehen nicht mit dem rucksack in die Wildnis, ohne wenigstens vorher ein Buch gelesen zu haben! Und ich persönlich finde, man darf auch First mover nach ihren personellen und finanziellen Rahmenbedingungen unterscheiden. Und gerade First mover sind auch die, die eigene Fehler erkennen, bevor andere sie überhaupt bemerkt haben….. „ (sorry, dieser Beitrag entstand nachts auf meinem iPhone, ich lag schon im Bette)


RALF: Hallo Sebastian, nach einer sehr persönlichen Erfahrung mit einer guten Freundin heute am Nachmittag habe ich gemerkt, wie schnell nur „ein Fitzelchen falscher Ton“ in der Stimme reicht, um den „Hot Button“ beim Anderen zu drücken. Und dann… hat er ganz schnell das Gefühl, dass ihm Unrecht getan wird oder besserwisserisch rübergekommen wird.

Fehler sind dazu da, sie zu erkennen und somit sich selbst (was beileibe nicht einfach ist).

Klar sind einige Dinge nicht so, wie Facebook-Regularien sie vorgeben. Besser ist es in solchen Fällen das Vorabgespräch unter „Vier Augen“ zu suchen, und nicht sofort in die Offensive zu gehen.

Der Second-Mover, wenn er denn lernfähig ist wird aus den Dingen lernen wie auch die KollegInnen von den Staatlichen Kunstsammlungen. Und bei der Fülle von Informationen und sich immer neu auftuenden Kommunikationstools ziehe ich nach wie vor den Hut vor so viel Mut!

Andere Player in der Gesellschaft, die wesentlich größeren täglichen Einfluss haben, wie diverse Zeitungen in der Region (SZ, DNN um nur einige zu nennen) nutzen zwar die neuen Medien, vielleicht auch gestreng der Vorgaben. Ob sie jedoch die Intention des SocialWeb bisher so erkannt haben, wage ich in weiten Teilen zu bezweifeln. Streams von der Website direkt in Twitter oder Facebook laufen zu lassen – da wurde der Sinn dieser Medien grandios missverstanden.

Vielleicht ist es einfach auch Zeit, dass so manche Regel bei Facebook vereinfacht wird. Was ist der Zweck, dass es momentan so ist wie es ist? Aus welchem Grund wurde die Unterscheidung eingeführt?

Alles in allem danke ich Dir für den Beginn der Diskussion, die aus meiner persönlichen Sicht etwas harsch ausgefallen ist. Das muss nicht bedeuten, dass daraus nicht was Gutes werden kann;-)

Einen schönen Dienstag und allen Mitlesern und -schreibern

SEBASTIAN: Hallo Ralf, ich denke (hoffe), Deine Erfahrung gestern bezieht sich nicht auf den Artikel? Zunächst – da sollte ich gleich betonen: Du hast recht, 1 Stunde lang war der Text an zei Stellen etwas harsch bzw. übertrieben flapsig (ca. 23:03 Uhr – 00:05). Als extrem intensiver Web2.0er bist Du einer von fünf (!) Lesern dieses Originalartikels. Der Text, wie der jetzt da steht, den emfpinde ich nicht als harsch! Der ist direkt Und immer noch flapsig) :-)

Klar sagen möchte ich aber auch, dass wer „Vier Augen“ Gespräche bei Kritik erwartet (und nur Lob öffentlich?), Social Media offenabr ganz anders vrsteht als ich. Vor allem kritisiere ich ja weder eine Person noch die Kernarbeit der SKD („Museumsarbeit“), von der verstehe ich nämlich nicht genug und das, was ich kenne, finde ich fantastisch. Außerdem bin ich weder ZEIT noch FAZ noch SZ: Ob ich was sage oder in Timbuktu fällt ein Sack Bier um…

Aber: Es ist nun einmal der Kern von Social Media, zum Dialog einzuladen und – wie in meinem Artikel erwähnt – hätte ich sehr gerne vorab eine NAchricht an die SKD per Facebook übermittelt. Hätten sie eine Seite gehabt oder die Nachrichten nicht deaktiviert, es wäre gar nicht zu diesem Artikel gekommen! Denn dies war nur der Auslöser für einen ganz allgemeinen Kritikansatz von mir, nämlich den, dass viel zu viele Unternehmen/Einrichtungen sich persönlicher Profile bedienen. Soll ich die alle persönlich anscheiben? Und denkst Du, mit einem soften Hinweis in meinem Blog hätte ich eine ensrpechende Diskussion erreicht, in der auch diejenigen sensibilisiert werden, die durch das Akzeptieren von Freundesanfragen ja dazu beitragen, dass der „Unsinn“ erst funktionieren kann?

Ich wüde mich freuen, diesen Dialog online zu stellen und weiterführen zu dürfen, denn auf Deinem privaten Profil hat er weder „vier Augen“ Charakter noch ist er wirklich öffenlich.

Hast Du was gegen?

Guten Morgen Sebastian, vielen Dank für Deine Gedanken. Gerne kannst Du unseren Dialog auf Deinem Blog online stellen und ich freue mich auf Weiterführung.

Aus welchem Grund es nicht möglich ist, von Deinem Profil aus die SKD anzuschreiben, …erschließt sich auch mir nicht.

Jedoch sind die KollegInnen auch unter @skdmuseum unterwegs, und da ist immer die Möglichkeit des Public Reply möglich. Die KollegInnen reagieren auch persönlich auf Anfragen (anders als die DNN oder SZ sogar während der Flut vor einer Woche an Oder und Neiß).

Schöne Grüße, Ralf

PS.: Die von mir geschilderte Erfahrung bezog sich auf eine Freundin. Und sollte verdeutlichen, wie schnell ein „falscher Ton“ das Gespräch in eine nicht gewollte Richtung bringen kann. Auch hier im SocialWeb.

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  • Andrea

    Um am Facebook-Beispiel der SKD zu bleiben (weitere Verwechslungen von Privatprofil und Unternehmensseiten gibt es in DD viele und betrifft u.a. Freie Radios, Kunstfestivals links- und rechtselbisch, Theater, Zwingerfestspiele) fällt doch auf den ersten Blick folgendes auf: Unter „Info“ findet man die Aussage: „Auf der Suche nach: Kontakte knüpfen“ – Anschreiben aber schlagen fehl. Unlogisch, oder?

    @Ralf: Auf Twitter zu verweisen, setzt voraus, dass man selber einen Twitteraccount hat, um darüber Kontakt aufzunehmen. Es macht in meinen Augen allerdings wenig Sinn wegen einer Facebook-Kritik erst nach @skdmuseum zu suchen, zumal der entsprechende Twitteraccount noch nicht einmal im SKD-FB-Profil kommuniziert wird.

    „Aus welchem Grund wurde die Unterscheidung eingeführt?“
    Ich möchte nicht mit Unternehmen befreundet sein, sondern mit Menschen. Ich möchte keinen SPAM in meiner Pinnwand. Ich möchte mein Interesse an einem Unternehmen bewusst mit einem „Gefällt mir“ bekunden und nicht vom Klamottenladen als 180. Kontakt an diesem Tag angefragt werden.

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  • Dass Ralf Lippold um Mäßigung und einen freundlichen Umgangston im Netz bemüht ist, finde ich löblich. Dass Sebastian Tacheles redet, finde ich hilfreich (die Unterschiede waren mir in all den Feinheiten nicht bewußt). Das der Fauxpas den SKD wirklich schadet, glaube ich kaum – dazu ist einfach zu wenig realer Schaden (z. B. im Sinne einer massenhaften Zuspammung) verursacht worden. So oder so, Danke fürs öffentlich Mitlesen-Lassen.

  • Sebastian

    @Muyserin: Das glaube ich – wie bereits gesagt – auch nicht!
    —schnipp
    Die SKD ist doch eindeutig nur Gewinner der ganzen Sache! Es outen und melden sich einflussreiche Sympathisanten wie Ralf oder Du und bisher ist nicht ein einziger auf meinen Beitrag angesprungen, um der SKD überhöhte Eintrittspreise, schlechten Service, mangelndes Kunstverständnis oder ähnliches vorzuwerfen. Das spricht doch meiner Meinung nach extrem dafür, dass sie ihre Kern-Arbeit sehr, sehr gut machen! Die Social Medianer der SKD wissen jetzt eventuell, wie sie es besser machen können und sogar der Kritiker selbst schreibt, dass er davon ausgeht, dass man weit mehr als 5.000 Kontakte auf Facebook generieren kann, gibt weitere Anregungen und´opfert seine Freizeit fü Diskussionen wie diese :-)

    So, ich muss jetzt zum Kuschelkurs
    —schnapp —-
    http://www.flurfunk-dresden.de/2010/08/22/was-noch-fehlt-1-mdr-de-staatliche-kunstsammlungen-kabel-deutschland/

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